Dienstag, 27. Oktober 2020

Atemschutzgeräteträger übten in Brandcontainer

134 Einsatzkräfte aus der SG Mittelweser wurden realitätsnah geschult

Husum 20191005 Brandcontainer 1

Das es bei Brandeinsätzen der Feuerwehr heiß her gehen und mitunter nicht ganz ungefährlich sein kann, ist vielen Menschen klar. In diversen Übungsdiensten und Einsatzübungen trainieren die Freiwilligen Feuerwehren ständig den möglichen Ernstfall. Oft werden Nebelmaschinen und andere Hilfsmittel eingesetzt, um möglichst realistische Bedingungen bei den Ausbildungen zu schaffen. Schwierig ist jedoch, die teils sehr hohen Temperaturen und die sich daraus ergebenen Gefahren, denen die Atemschutzgeräteträger bei Brandeinsätzen ausgesetzt werden können, zu simulieren.

Um in diesem Bereich ein besseres Gespür zu bekommen, organisierte die Samtgemeinde Mittelweser bereits über das ganze Jahr hinweg mehrere Trainingswochenenden, an denen ein Feststoff befeuerter Brandübungscontainer mit einem professionellen Ausbilderteam zu Trainingszwecken zur Verfügung stand. Die durchgeführten Seminare dauerten jeweils 4 Stunden, zwölf Geräteträger konnten pro Training teilnehmen. An insgesamt vier Wochenenden konnte so ein Großteil der einsatzbereiten Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren der Samtgemeinde Mittelweser geschult werden. Nach einer etwa 60-minütigen Unterweisung in den Ablauf des Trainings sowie theoretische Grundlagen zum Thema Innenangriff folgte ein dreistündiges Praxistraining, wiederum bestehend aus mehreren Übungseinheiten. Zunächst war eine Wärmegewöhnungsübung zu absolvieren. Hierbei setzten sich die Teilnehmer auf den Boden des Containers, in dessen vorderem Bereich ein Zimmerbrand, simuliert durch Paletten, entzündet wurde. Anschaulich wurde den Teilnehmern erklärt, wie sich der Brandrauch in geschlossenen Räumen ausbreitet, welche Erkenntnisse man daraus ziehen kann und wie es durch die plötzliche Zufuhr von Luft zu einer Rauchgasdurchzündung kommen kann. Auch spürten die Teilnehmer in dieser Übung, wie die hohen Temperaturen in der Nähe des Brandes unter der Schutzkleidung empfunden werden.

Die zweite Übung konzentrierte sich auf das richtige Vorgehen im Innenangriff. Speziell die sogenannte Rauchgaskühlung sowie das richtige Öffnen von Türen, hinter denen sich ein Feuer befindet, wurden hier trainiert. In kleinen Gruppen, begleitet durch jeweils einen Ausbilder, wurde das korrekte Vorgehen praktisch von jedem Teilnehmer geübt. Teilweise wurde den Feuerwehrleuten in der absolut realitätsnahen Übung eindrucksvoll aufgezeigt, was passieren kann, wenn die vorher meist nur trocken geübten Handgriffen nicht richtig umgesetzt werden. Für viele sicherlich ein „Ah-ha“-Erlebnis.

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Im dritten Ausbildungsabschnitt wurde den Atemschutzträgern dann verdeutlicht, wie sich heißer Wasserdampf, der zum Beispiel entsteht, wenn man zu viel Löschwasser auf ein Feuer in geschlossenen Räumen gibt, auf den menschlichen Körper auswirkt. Der hohe Temperaturanstieg im Übungsraum machte sich schon nach wenigen Sekunden selbst durch die gute Einsatzkleidung bemerkbar. Gefahrlos hatte hier jeder Teilnehmer die Chance, seine persönliche Grenze in Sachen Hitzeeinwirkung auszutesten.

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Das Resümee der Teilnehmer war nach Abschluss der Übungen durchweg positiv. Man habe viel lernen können und sei für die Zukunft deutlich besser auf kritische Brandeinsätze in Gebäuden vorbereitet, so der allgemeine Tenor.

Text: Jan Habermann, Feuerwehr-Pressesprecher der SG Mittelweser

Fotos: FF SG Mittelweser


 

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